Chiemgau Tourismus Anno 2085

Jetzt noch eine nicht ganz ernst gemeinte Satire aus meinem „Kopf-Kino“!


 

CHIEMGAU Tourismus Anno 2085.

Irgendwie schaut` s hier jetzt ein bisserl Anders aus!

Die Durchschnittsklassifizierung der Gästeunterkünfte liegt mittlerweile bei 11,9 Sternen. Es ist quasi kurz vor zwölf. Teile der einheimischen Bevölkerung wurden in kleineren Reservaten nahe der Baumgrenze untergebracht. Das uneinsichtige Volk der ehemaligen „Eingeborenen“ wollte sich einfach nicht in der empfohlenen multinationalen Einheitssprache unterhalten. Trotz größter Anstrengungen schafften es die neuen „Gebietseigner“ auch nicht, den Bayern das Einheits-Outfit aufzuzwingen. Protest, Rebellion, viele Transparente wurden geschwenkt und immer wieder vernahm man auch ein lautes „Pull die Bayeln die Ledelhose out“.

Auch das klassische Gewand der feschen Bayernfrauen, das Dirndl, wollten sie sich nicht nehmen lassen. „Schwalze Stlaps und Näzstlümpf und lote Steggalschua!“ konnten sie einfach nicht als „Einheitsuniform“ akzeptieren. So blieb den „NewKeamgauan“, wie sich das Neue Volk nannte, nichts anderes übrig als die „sturen Wilden“ in Ihre Reservate zu schicken. Im Zuge der Vorgaben für international geforderten Bespassungstourismus ist dieses trotzige Verhalten der sturen „Boarn“ nicht tragbar. Der anspruchsvolle 12 Sterne Gast möchte schließlich auch verstanden und „unter-halten“ werden. Im Jahre 2082 beschloss deshalb das „Klisenklemium des „Newkeamgauel Landtags“, besetzt mit 162 Sitzen aus 63 Ländern einstimmig, diese Reservate-Lösung.

Lediglich das freundliche Volk der Tiroler erhob seine Stimme „füa de boan“, aber „De“ verstand ja damals auch „koana mea“.

So wurden die „Boan“ dann in Ihre zugewiesenen Reservate hinauf gesiedelt. Der Vorteil lag für Alle auf der Hand. Kein Gast musste sich die derbe Sprache mehr anhören, und auch die eigenwillige Bekleidung störte nicht mehr das Einheitsbild der künstlichen geschaffenen „perfäggten“ Urlaubswelt. Der „NewKeamgau-Tourist“ kann sich aber jederzeit freiwillig auf den beschwerlichen Weg in eines der Reservate machen. Dafür muss er den „ehemaligen Boan“ lediglich einen kleinen Obulus abdrücken, das sogenannte „Begrüßungsgeld“. Daraufhin sollte dann der „Urboa“ ein lautes „Grias De“ von sich geben.

Die neue Einkommensquelle wurde gerne angenommen und ermöglicht den „Reservat-isten“, durch die eingehenden Devisen, einen selbständigen Handel mit den „Tirojan“. OK, es ist nicht gerade eine wirklich lukrative Einnahmequelle für die „Talflüchtlinge“, aber für den Kauf von ein paar Faustwerkzeugen reicht es aus.

Von dort oben haben sie einen einen wunderbaren Blick auf das bunte Treiben unten in ihrem Tal. Die ehemaligen Achentaler Bürger fanden Ihre neue „Wahl-Heimat“, nahe den Jochbergalmen, am Rechenberg aber auch im Geigelsteingebiet. Das romantische Achental gibt es ja so nun „So“ nicht mehr, wie wir es damals um die Jahrhundertwende kannten. Die „Tiroler Achen“, ehemaliger Namensgeber des Tals gibt es auch nicht mehr, zumindest sieht man sie nicht mehr. Es war einfach praktischer, das Gewässer unterirdisch fließen zu lassen. Überschwemmungen gibt es seitdem auch nicht mehr und dutzende Wasserkraftwerke nebeneinander gefielen selbst den „Newkeamgauan“ nicht mehr besonders gut. So beschlossen sie, alles einfach „Weg-zu-betonieren“. Seitdem haben die Gemeindearbeiter auch weniger Arbeit damit, die Gegend „perfect-clean“ zu halten.

Endlich, jetzt war der „NewKeamgau“ frei von den sturköpfigen Querulanten und man war frei sich für eine Fremdfinanzierung des modernen Fremdenverkehrs zu entscheiden.

Arabien, China oder Russland bewarben sich gemeinsam für dieses innovativ vielversprechende Konzept. Sie wussten mittlerweile sowieso nicht mehr, wohin mit ihrer digitalen „Kohle“. Als Vorraussetzung forderten sie nur, dass die „NewKeamgaua“ ihre Sprache dem chinesischen Dialekt anpassen sollten und „Offen für Neues“ sind. Das stellte für den „NewKeamgaua“ natürlich kein Problem dar, denn die widerspenstigen „Boan san jetz hoch drom auf da oim“.

Durch das sofortige Einführen der modifizierten Dialektik wurde zum Beispiel aus einem ehemaligen „Wandaführa dea gean Chiemsährenk`n frisst“, ein „Wandelfühlel diesel gelne Chiemseelenken fliest!“ oder aus einem

knusprigen Hendlhaxnfiesler“ wurde ein „crispy Goldbreuler-legknaubeler“.

Ausserdem liessen sich mit dem neuen Kapitalzufluss auch weiter innovative Projekte forcieren.

Im Jahr 2084, Dubai und der Chiemgau werden „Partner-Stätten“. Seither wedeln im Zuge des Klimawandels leinenbetuchte Skiläufer auf „plastikschneebedeckten“ Dünen. Das regelmäßig notwendige Absieben der Weltmeere brachte diesen, oft zu unrecht verteufelten vielseitigen Rohstoff, zum Vorschein.

Auch der ehemalig beliebte Chiemsee wurde ringsherum mit weitläufigen Sandstränden aufgeschüttet und mit allerlei tropischen Gehölz versehen. Damals schon in den Jahren um die Jahrhunderwende suchten die erholungssuchenden Menschen ihr Urlaubsfeeling in der Ferne, wie z.B. in die Karibik oder auf die Malediven (*2056 untergegangen).

Das wirklich Neue an diesem Retro- Urlaubsprojekt ist, dass der „NewGuest“ nicht mehr weit weg fliegen muss, sondern bekommt das Karibikfeelingpaket, „near his home“geliefert.

Der„NewKeamgauTourismus“ machts jetzt möglich, bringt jeden „auf die Palme“ und bietet seinen glücklicheren Gästen das „Meer“ vor der Haustür. Auch die ausgedienten „Boings und Co.“ fanden schnell eine Verwendung, denn die „Newkeamgaua“ waren innovative „BüaschalundDiandln“. Sie haben kurzerhand beschlossen den Chiemsee vollends aus zu pumpen und mit den Flugzeugrümpfen auf dem Grund das „Keamsä-Underwater Resort“ errichtet.

Ein weiterer positiver Effekt war, dass der See von den „graißlich, glitschigen Wasserbewohnern“ befreit wurde. Jetzt ist das Wasser wieder sauber, Unterwasserfernsicht ist bis 70 m garantiert. Die paar hundert Tonnen Chemikalien, welche das Nass in gleichbleibender Qualität klar halten, werden über die Einnahmen des Unterwasser Resorts problemlos finanziert.

Einer der Hauptattraktionen aber, sind die durch gezielte Genmanipulation „schiagelnden Dolphins“. Sie übernehmen mit Freude, die moderne Gästebespassung an der „Costa del Chiemgau“. Mittlerweile hat man auch die anfänglich etwas schwierige Futterbeschaffung für die Tiere in den Griff bekommen. Monatelang mussten Transportflugzeuge der „ehemaligen Bundeswehr“ tonnenweise Fische aus dem Nordpazifik einfliegen.

Die arbeitslos gewordenen Biologen vom Ökomodell Achental, schafften aber dann den Durchbruch, mit künstlich hergestellten Heringen aus Palmöl und Sojasprossen. Die verwendeten Zutaten überstehen die 8000 km weite Anreise ins „NewKeamgau“ fast ohne Qualitätsverlust.

Mittlerweile überlegt man auch schon die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, der „Reservatbewohner“, auf diese Nährstoffkombination umzustellen.

Es gibt auch keine Wanderungen mehr in die früher herrliche Natur, jetzt ist „nature to go“ angesagt. Komplett mit „Wunsch-nature“ eingerichtete Campinganhänger zum mitnehmen. Der neueste Trend ist das „wish-nature leasing“Angebot, wöchentlich die Wahlnatur changen, einfach andere hinten anhängen und überall genießen. Gratis mit ultimativen „Duft-Potpourrie“ von A-meisen Pi..e bis Z-ikadensch….e, da ist für jeden was dabei.

Selbstverständlich wurde bei dem „NewKeamgau-Konzept“ an wirklich Alles gedacht.

Das Gesamt- Paket gibt es natürlich mit Sonnengarantie!

Jetzt fragt Ihr euch sicherlich, wie können die das gewährleisten?

Tja, die übrigen Flugzeugteile wurden unter strengen Geheimhaltungsauflagen von heimatlos gewordenen „Steel-drum-Herstellern“, unter Tage (unterm Achental), zu riesigen Parabolspiegel-Elementen umgeklopft.

Diese HighTech- Elemente gingen dann „Stück für Stück“, mit der wöchentlichen „Müllentsorgungsrakete“ vom Raketenflughafen „Cape Dassu“ startend, direkt ins All.

Die Montage der riesigen Parabol- Spiegeleinheiten erfolgte dann direkt vor Ort im Orbit. Die Ausführung der schwierigen Montagearbeiten im luftleeren Raum erfolgte von Melkmaschinenrobotern welche über eine „SmartphoneApp“ von der Touristinfo überwacht und gesteuert.

Eine Vision der Menschheit wurde somit endlich wahr, SONNE direkt aus dem Weltall, Punktgenau serviert, Tag und Nacht, Sommer wie Winter, Tropisches Urlaubsfeeling das ganze Jahr!

2086 Urlaub im NewKeamgau, dort wo die Bayern hecheln!“

Hurra, das sind doch prickelnde Aussichten,…oder?….Grins… !

 

Th.Heim2014 © Alle Rechte vorbehalten

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Tourismus Anno 2085

 

 

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